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Nino de Angelo

Vielleicht muss man mit dieser Geschichte einfach dort anfangen, wo sie vermeintlich zu Ende ist. Wo ein einziger Song alles, alles, alles überstrahlt. Wo die Elementarteilchen des großen Erfolgs wie winzige goldene Staubkörner durch den Raum stieben. Da kommt der nicht einmal 20-Jährige Domenico Gerhard Gorgoglione, der den Künstlernamen NINO de ANGELO für sich adaptiert hat, und singt mit einer Stimme, die – wäre es nicht so abgedroschen, man müsste sagen: pure Gänsehaut verursacht -, die Ballade Jenseits von Eden. Der Rest ist deutsche Musikgeschichte: #1 in den Charts in allen deutschsprachigen Ländern, Millionen Tonträger, Millionen Fans, ein Batzen Geld. Man darf nicht vergessen, wir reden von einer Zeit – 1983 -, die weit weg von illegalen Downloads ist, in der die CD noch geboren werden wird und die Hits auf Vinyl verkauft werden. Ein Haufen anderer Musiker ist mit einem vergleichsweise epochalen Erfolg einfach vor die Hunde gegangen.

NINO de ANGELO ist danach nicht einmal abgestürzt. Er war öfter ganz unten. Wieder und wieder und wieder. Und hat sich mit dem, was ihm Gott oder das Schicksal oder seine DNA mitgegeben hat, immer wieder hochgerappelt: mit seiner Stimme. Verblüffend, das Timbre und die Kraft eines nur 1,70 Meter großen Künstlers, der letztendlich viel zu klein war für die angestrebte Karriere eines Torhüters bei Fortuna Köln, der über das, was ihn gerettet hat, sagt: »Das Singen gab mir immer soviel Halt, soviel Power, das war für mich immer etwas ganz Besonderes. All diese Höhen und Tiefen, ich glaube, dass die vorbestimmt waren, dass sie mir helfen sollten zu lernen. Dreißig Jahre nach seinem ersten ganz großen Hit, knapp 50 Jahre alt, legt NINO de ANGELO sein neuestes Album vor: »Meisterwerke« (Starwatch Entertainment, ab 05. Dezember). Eine Chronik deutscher Musik in 13 Kapiteln. »Jeder Titel, den ich auf dem Album singe, hat mich berührt. Auch wenn ich die Songs diesmal nicht selbst komponiert oder die Lyrics geschrieben habe, so habe ich doch alles selbst gelebt. In jedem der Songs finde ich mich irgendwie wieder.« NINO de ANGELO hat seine besondere Symbiose zu den gewählten Tracks ausgemacht.

Den Neuanfang hat NINO de ANGELO lang vorbereitet und in »Meisterwerke« umgesetzt. Mit seiner großen Stimme, die auch sanfte Klangbilder zeichnen kann. Sein Treibstoff heute ist die Lust seine Passion auszuleben, die Freude, seine Musik zu machen. Er selbst sagt: »Ganz oben sein und abstürzen, wer kennt das besser als Nino de Angelo?« Nun ist NINO de ANGELO endgültig oben angekommen.