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Alphaville

Inspiriert von New Wave Acts wie Ultravox! und OMD, traf Marian Gold Ende 1981 in Berlin erstmals mit Bernhard Lloyd und Frank Mertens zusammen. Wenige Monate später und nach dem Umzug von Berlin in die ländliche Idylle von Münster gründeten sie Alphaville, das seinen Namen von dem gleichnamigen Film von Jean-Luc Godard erhielt. Der erste Sound, den sie produzierten, war rücksichtsloser, jugendlicher Synthie-Pop, der sich perfekt in die Stimmung der frühen 80er Jahre einfügte. Ihre erste Single „Big in Japan und die darauf folgenden Songs sowie das Debütalbum Forever Young machten die Band 1984 zu einer der erfolgreichsten deutschen Gruppen der 80er Jahre. Ihr kometenhafter Aufstieg zum Ruhm hatte sein erstes Opfer: 1985 hatte Frank Mertens endlich genug von der ganzen Medienaufmerksamkeit und verließ die Band. Daraufhin nahm Rick Echolette seinen Platz ein.

Mit den folgenden Alben Afternoons in Utopia, The Breathtaking Blue und The Prostitute von 1994 wandte sich die Band weg von geradlinigen Popsongs hin zu komplexeren musikalischen Strukturen. Gleichzeitig entwickelte sich Gold zu einem vielseitigen Sänger, dessen Stil und Bühnenpräsenz zunehmend an seine Vorbilder wie Scott Walker, Billy MacKenzie und Freddy Mercury erinnerte.

Nach einer dreijährigen Pause mit zwei Soloalben (So Long Celeste und United) von Gold und nach dem Weggang von Echolette feierte Alphaville 1997 mit dem fünften Album Salvation ein Comeback, das eine Rückkehr zum Sound der Anfänge markierte. Es folgte 1999 Dreamscapes, eine Mammut-Kompilation von 8 CDs, die die musikalische Entwicklung der Band in den letzten 20 Jahren nachzeichnet. Auf ihrer Welttournee 2000 entstand das erste Konzertalbum der Band, Stark Naked und Absolutely Live.

In den Jahren 2001-2002 verlegte Alphaville – mit Marian Gold und dem britischen Keyboarder und Produzenten Martin Lister – die gesamte damals aktuelle Produktion ins Internet, wo ein Online-Publikum die Entstehung ihrer Songs von den ersten Anfängen bis zur fertigen Produktion verfolgen konnte. Aus diesem Schritt entstand das CrazyShow-Album, das im Februar 2003 veröffentlicht wurde.

In den folgenden Jahren konzentrierte sich Alphaville auf das Touren, während Gold an einigen Nebenprojekten mit dem langjährigen Freund Klaus Schulze (Ex-Tangerine Dream) beteiligt war. Im Jahr 2009 wechselte Alphaville von der bisherigen Plattenfirma Warner Brothers zu Universal Music.

Die Band, die heute neben Gold aus Martin Lister (Keyboards), David Goodes (Gitarren) und Jakob Kiersch (Schlagzeug) besteht, arbeitet an der nächsten Veröffentlichung der Band, dem Arbeitstitel Catching Rays On Giant, der im November 2010 veröffentlicht wurde.

„Manchmal wache ich nachts mit einer Idee für einen Song auf. Dann gehe ich wie in einem Traum zu meinem CP70 und spiele alleine im Dunkeln und stelle mir vor, dass da draußen irgendwo in der Dunkelheit Menschen sind. Und an bestimmten Stellen in der Musik fangen diese Menschen an, in die Hände zu klatschen und zu jubeln. Und ich schätze, ich kann dieses Gefühl nur deshalb bekommen, weil ich im Grunde kein Musiker, sondern ein Musikfan bin. Ich bin immer noch dieser verrückte Fan, derselbe kleine Junge, der immer vor seiner Stereoanlage lag und all diese tolle Musik und Träume spielte.“ (Marian Gold 1999)